TED ( Text EDitor ) war der Name für Commodores neuesten und letzten All-in-one Sound, Video und I/O-Chip. Dieser DIL-48 IC war speziell für die Rechner der 264er Reihe entworfen worden. Im Unterschied zur CIA oder ACIA kann man diesen Chip nicht ohne weiteres in anderen Systemen einsetzen.
Der TED enthält all die Funktionen, die von Commodore vorher auf mehrere Chips verteilt worden sind. Er ist ein komplettes Video-Interface mit Composite-Signalgenerator, 2-Kanal Sounderzeuger, Tasteneingabeverwaltung, Timer, Takterzeuger, Speichermanager und DRAM-Refreshschaltkreis auf einem Chip. Er kann den gesamten Speicher der 264er adressieren und erzeugt die RAS, CAS und MUX - Signale für den Speicher. Für das ROM erzeugt er je nach Registereinstellung die CS (chip select) - Signale. Das macht ihn gleichzeitig zu einer einfachen MMU.
Dummerweise hat der Chip eine recht hohe Ausfallrate, und die einzige Quelle für Ersatz ist ein anderer Rechner der 264-Reihe. Das Problem ist in den meisten Fällen auf die hohe Abwärme des Chips zurückzuführen, als vorbeugende Maßnahme sind zusätzliche Kühlkörper auf dem Chip zu empfehlen.
Bildschirmmodi
Die Hauptaufgabe des Chips liegt jedoch in der Grafikerzeugung. Die Grafikmöglichkeiten des TED sind ähnlich denen des VIC-II im C64. Er besitzt die folgenden Anzeigemodi:
- 40x25 Zeichenschirm
- Erweiterter Farbmodus
- Multicolormodus
- 320x200 Hochauflösende Grafik
- 160x200 Multicolor Grafik
Natürlich gibt es auch Unterschiede. Der TED unterstützt keine Sprites.
Um dies auszugleichen kann der Chip 8 unterschiedliche Leuchtstärken für jede der 16 verfügbaren Farben darstellen. Dies ergibt 121 darstellbare Farben (Schwarz ist in allen Leuchtstärken schwarz). Andere Besonderheiten sind ein Hardwarecursor, Hardwaretextblinken und -zeicheninversion. Zeichentabellen, Bildschirm, Farbspeicher und Bitplanes können ohne zusätzliche Logikschaltkreise wie im C64 direkt adressiert werden. Tatsächlich reicht zur RAM/ROM-Wahl die Änderung eines einzigen Bits.
Beschreibung der Bildschirmmodi
Zeichenmodi benötigen $800 Bytes Speicher für den Bildschirm und den Farbspeicher. Letzterer wird mit den ersten $400 Bytes realisiert (beim C64 liegt dieser immer an Adresse $d800), wobei pro Byte die ersten 4 Bits wie beim C64 die Farbcodes enthalten. Die Bits 4-6 enthalten die Helligkeit und das höchste Bit ist das Blink-bit. Die anderen $400 Bytes enthalten die eigentlichen Zeichencodes. Bei aktivierter Zeicheninversion enthalten die unteren 7 Bit den Zeichencode und das oberste wählt ide Inversion. Bei deaktivierter Zeicheninversion enthalten alle 8 Bits den Zeichencode. Der Erweiterte Farbmodus und der Multicolormodus funktionieren genau wie beim C64. Bei beiden Modi werden Inversion und Blinken ausgeschaltet.
Im Hires-Grafikmodus wird es etwas komplexer. Hier benutzt die Bitplane $2000 Bytes und wird genau wie eine VIC-II Bitplane benutzt. Die Farben werden allerdings anders verwaltet. $800 Bytes werden für den Farbspeicher benötigt, welcher in $400 Intensitäts- und $400 Farbcodebytes unterteilt ist. Ein "Aus"-Bit in der Bitplane benutzt das unterste Nibble der entsprechenden Farbspeicherstelle als Farbe und nimmt sich die Intensität von den Bits 4-6 der entsprechenden Intensitätsspeicherstelle. Bei einem "An"-Bit wird das obere Nibble der Farbspeicherstelle und die Bits 0-2 der Intensitätsspeicherstelle benutzt. Die Bits 3 und 7 im Intensitätsspeicher sind unbenutzt.
Im Multicolormodus gibt es weitere Unterschiede. Der VIC-II des C64 erlaubte die Verwendung von 3 unterschiedlichen Farben und einer allgemeinen Hintergrundfarbe pro 8x8 Pixelblock. Der TED kann das aufgrund des nicht ausreichenden Farbspeichers nicht. Also gibt es nur 2 unterschiedliche Farben pro Block und 2 generell gewählte Farben. Da immer 2 Bits Pro Pixel verwendet werden (deshalb die halbierte Horizontalauflösung von 160 x 200 Pixeln) sieht die Bitaufteilung pro Pixel wie folgt aus:
- 00 Hintergrundfarbe
- 01 Dasselbe wie "Aus" im Hires-Modus
- 10 Dasselbe wie "An" im Hires-Modus
- 11 Eine andere Hintergrundfarbe
Weitere Besonderheiten
Genau wie im VIC-II gibt es auch Rasterzeileninterrupts. Leider ist die Zeile 0 nicht die Obergrenze des Rahmens sondern die Obergrenze des sichtbaren Bereichs. Außerdem kann man die aktuelle Rasterzeile aus einem TED-Register auslesen und ändern, was sich meist direkt auf die Anzeige auswirkt. Als Bonus kann die Horizontale Rasterposition auf dieselbe weise gelesen und modifiziert werden.
Wie bereits erwähnt macht der TED mehr als nur Grafiken erzeugen. Eine seiner Aufgaben ist es, das Taktsignal für den 7501/ 8501 Mikroprozessor zu erzeugen. Dieser Takt ist nicht konstant, er wechselt zwischen 885 kHz und dem doppelten, 1,773 Mhz. Er erzeugt die niedrige Taktrate bei DRAM Zugriffen und Bildschirmaufbau, ansonsten wird die hohe Taktrate erzeugt. Die Erzeugung der hohen Taktrate kann per Register abgeschaltet werden. Das Endresultat ist ein Computer, der mit ca. 1 Mhz läuft, da die CPU während dem Bildschirmaufbau mit dem langsamen Takt und während dem Anzeigen des Rahmens mit dem schnellen Takt läuft.
Da der Chip auch über I/O-Funktionen verfügte, wurde auch eine spezielle Floppy, die 1551 entwickelt. Diese erfuhr über den proprietären TED-Parallelport eine starke Leistungssteigerung gegenüber der 1541. Auch die Tastaturabfrage wird vom TED erledigt.
Soweit es den Sound betrifft, kann es der TED nicht annähernd mit dem SID des C64 aufnehmen. Gerade einmal 2 Rechteckwellenformgeneratoren stehen zur Verfügung, wobei der Zweite außerdem weißes rauschen erzeugen kann. Jeder Generator kann Frequenzen von 100 Hz bis 23 Khz erzeugen. Die Lautstärke kann in 8 Schritten eingestellt werden. Um Samples abzuspielen, können die Soundkanäle auf einen festen Ausgabewert eingestellt werden, die Digital/Analogwandelung wird dann mit dem Lautstärkeregler erledigt. Die Samplegenauigkeit beträgt 3 Bit (8 Werte).
Bei den Timern im TED handelt es sich um nichts weiter als 16 Bit Herabzähler. Sie werden immer mit der langsamen Taktrate betrieben. Der erste Timer lädt seinen Startwert wieder wenn er 0 erriecht, die anderen 2 laufen einfach so weiter.
Der TED wird oft angegriffen, aber Tatsache ist, dass er eine der besseren Entwicklungen von Commodore darstellt. Die Grafik ist sehr gut für einen Rechner der frühen 80er, und wenn Sprites vorhanden gewesen und der Sound besser gewesen wären, hätte er den C64-Besitzern zu denken gegeben.
Darstellungsmodi
Dies sind nur die "offiziellen" Auflösungen, es gibt noch mehr Möglichkeiten.
| Art | Auflösung | Farben | |
|---|---|---|---|
| Text | 40 x 25 | 1 aus 121 | |
| Grafik | 160 x 200 | 4 aus 121 pro 4 x 8-Pixel Block | |
| Grafik | 320 x 200 | 2 aus 121 pro 8 x 8-Pixel Block |













